Konzept & Anspruch (Stand Mai 2017)

Mehlvorräte in der Bäckerei
Mehlvorräte in der Bäckerei   Klick auf das Bild für eine große Ansicht

Qualifikation, Bildung und Arbeit – das sind Schlüsselworte für gelungene soziale Integration. Das gilt für die Flüchtlinge, die bei uns in Deutschland leben, aber natürlich auch für die Flüchtlinge, die in diesem Flüchtlingsdorf wohnen und von ihrer Heimat entwurzelt sind.

Das Ziel des „Flüchtlingsdorf Ruhrgebiet/NRW“ ist klar formuliert: Es geht darum, den Menschen eine Perspektive in ihrer Heimat zu geben, damit sie – wenn die Orte, aus denen sie geflohen sind, eines Tages befreit sein werden – dorthin zurückkehren und helfen können, ihre Heimat wieder aufzubauen.

Deshalb wurde neben den Wohncontainern eine Bäckerei eingerichtet. Die Bäckerei hilft, die Versorgung mit dem Grundnahrungsmittel Brot sicherzustellen, bietet aber auch eine echte Beschäftigungsmöglichkeit, denn das Brot dient nicht nur dem Eigenverzehr, sondern wird auch verkauft.

Mit technischer Unterstützung der GIZ (Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit), die in der Region bereits engagiert ist, wurde eine Schule gebaut und komplett eingerichtet: 1.300 Schultaschen samt Inhalt stehen bereit – zusätzlich 1.300 Winterjacken

Eine Ladenstraße mit 25 Basaren, in den Flüchtlinge in Eigeninitiative den Grundstein für ein eigenes Kleingewerbe legen können, wurde ebenfalls gebaut.

In der nächsten Ausbaustufe ist eine Handwerkerstraße entstanden, die auch Ausbildungsmöglichkeiten bieten wird.

Ein Jugendzentrum und eine Frauenzentrum zur therapeutischen Betreuung traumatisierter Frauen wurden in den ersten Wochen des Jahres 2017 fertiggestellt.

Und schließlich sind die Wohncontainer so konstruiert, dass man sie auf einen Sattelschlepper laden und später einmal mit in die befreiten, aber zerstörten Ortschaften und Dörfer nehmen kann: Dann haben die Flüchtlinge zum Neustart immerhin schon eine stabile Unterkunft.

Dieses Beispiel zeigt: Nur ein „Dach über dem Kopf“ reicht nicht. Ein Konzept muss her – das war den Initiatoren des „Flüchtlingsdorf Ruhrgebiet/NRW“ von vornherein klar.

Man sieht, dass es möglich ist, ein solches tragfähiges Konzept von Deutschland aus zu entwickeln und vor Ort zu realisieren. Man muss es nur wollen – und tun!